Geht’s nicht auch billiger?

Vorab: Derjenige, der sich der Bedeutung der biologischen Landwirtschaft im Bezug auf die Bodengesundheit und auch im Hinblick auf den Klimawandel bewusst ist, stellt sich nicht diese Frage. Er stellt andere Fragen. Derjenige, der als “ehrbarer Kaufmann” tätig ist und erfahren hat, wie herausfordernd es ist mit Ehrlichkeit und Sinnhaftigkeit finanziell zu überleben, stellt sich diese Frage auch nicht. Auch er stellt andere Fragen.

Und obwohl es immer mehr gibt, die andere Fragen stellen, sind die Produkte von SPORTBIONIER für die (noch) große Masse nicht geeignet, da sich die allermeisten nicht erklären können, warum unsere Produkte teurer sind, als vermeintlich ähnliche.

Die Argumente lauten dann beispielsweise…

Die Qualitätsmarken aus Deutschland bieten Eiweißpulver an, die nur einen Bruchteil kosten.

Viel zu teuer! Gleiche Qualität gibt es auch günstiger!

Euer Protein ist gegenüber der Konkurrenz ca. 400% teurer. Seid doch ehrlich und gebt zu, dass ihr einfach gutes Geld verdienen wollt. Wir leben im 21. Jahrhundert, das ist keine Schande.

Ich sage: Ja es geht günstiger, aber ich will nicht!

Alle, die mich persönlich kennen, würden sagen: Die Produkte sind bereits jetzt so günstig, wie nur irgendwie möglich!

Warum das so ist, erfährst du im folgenden Abschnitt.


Der Preis unserer Produkte ergibt sich nicht aufgrund von gewissen “Gewinnmaximierungsüberlegungen”, sondern setzt sich einfach aufgrund der Preise der einzelnen biologischen Zutaten, den Herstellungs- und Verwaltungskosten, sowie den üblichen bis unterdurchschnittlichen Zuschlägen so zusammen.* Wenn ich die Produkte günstiger anbieten könnte, dann würde ich das auch machen, denn je günstiger die Produkte sind, desto mehr Menschen kann ich damit erreichen!
Die Frage ist doch nicht: “Warum sind die Produkte von SPORTBIONIER so teuer?”, sondern die Frage müsste lauten: “Wie ist es möglich, dass andere Anbieter ihre Produkte so günstig anbieten können?

Wer stellt Lebensmittel her?

In Europa gibt es vielleicht 15 bis 30 große Unternehmen, die überhaupt Proteine auf Milch- bzw. Molkenbasis herstellen können. Vegane Proteine, welche als Ausgangsbasis einen “Presskuchen” von der Ölproduktion haben (wie Sonnenblumen, Hanf, Kürbis, …) werden von Ölmühlen hergestellt. Dem gegenüber gibt es jedoch hunderte Unternehmen, die Eiweißpulver und Supplemente verkaufen. Die Rohstoffe stammen jedoch immer von den gleichen Herstellern im Hintergrund. Ganz ähnlich ist das auch bei allen anderen “Rohstoffen”. Ein Extrembeispiel ist Creatin. In ganz Europa gibt es EINEN EINZIGEN Hersteller, nämlich den Pharamkonzern AlzChem AG. Und wie viele Marken gibt es, die Creatin unter ihrem Label verkaufen? Hunderte!

Die allermeisten Hersteller sind keine Produzenten sondern eigentlich Händler. Dies gilt nicht nur für die Sport- und Fitnessbranche, sondern auch für fast alle Marken im Supermarkt. Wenn du ein Produkt in den Supermarkt bringen willst, beauftragt man üblicherweise einen Lohnproduzenten, welcher meist die billigsten Rohstoffe (Herkunft unbekannt) auswählt und diese in so einem Verhältnis zusammenmischt, dass ein hoher Deckungsbeitrag übrig bleibt (wenn der Preis von Rohrzucker steigt, wird eine anderer Zucker oder ein anderer Sirup eingesetzt).

Das Unternehmen, das schließlich das fertige Produkt verkauft, kommt in der Regel mit den Rohstoffen nie in Berührung und kann daher gar nicht beantworten, woher die Rohstoffe kommen oder unter welchen Bedingungen diese hergestellt wurden.

Das “Normale” zu hinterfragen, die Menschen kennen zu lernen und der inneren Stimme zu vertrauen, anstatt der Profitgier zu verfallen – das alles hat seinen Preis. Wie viel ist dir das wert?

Auch SPORTBIONIER ist kein primärer Hersteller. Auch wir kaufen unsere Rohstoffe zu! Doch im Gegensatz zu den allermeisten Unternehmen in dieser Branche wählen wir unsere Rohstoffe sorgfältig selbst aus, kommen mit diesen direkt in Berührung und füllen diese in unserer Manufaktur auch selbst ab. Wir treten mit den Herstellern in Kontakt, bauen eine persönliche Beziehung auf und streben nach maximaler Transparenz in der gesamten Produktionskette – idealerweise bis zum Feld des Bauern.

Wir wählen nicht einfach die günstigsten Rohstoffe, sondern prüfen Alternativen, die bei gleicher Qualität womöglich noch regionaler erhältlich sind. Wir geben uns auch nicht mit Aromazusätzen zufrieden, sondern verwenden echte Bourbon-Vanille aus Madagaskar. Wir nehmen auch nicht einfach die günstigsten Bio-Erdbeeren, die weltweit verfügbar sind, sondern schauen auch hier, wo wir die besten und regionalsten Bio-Früchte herbekommen.

Echte Früchte statt Aromazusätze. Wie viel ist dir das wert?

Ein “normales” Unternehmen kann daher auch keinen Einblick hinter die Kulissen gewähren, weil sie die Details oft selbst gar nicht kennen. Als kritischer Kunde wird man mit nichtssagenden Standardantworten abgespeist. Transparenz sieht anders aus.
Trotzdem haben es manche Unternehmen geschafft, dass sie in den Köpfen der Verbraucher als “deutsche Qualitätsmarke” betitelt werden. Aber was sagt das aus?

Made in Germany” bedeutet noch lange nicht, dass die Rohstoffe aus Deutschland kommen!

Wo werden die Rohstoffe tatsächlich angebaut oder produziert? Wo werden die Rohstoffe weiterverarbeitet? Unter welchen Bedingungen? Wie werden die Landwirte und die Mitarbeiter in all den Betrieben in der Zulieferkette bezahlt? Gibt es eine Gewerkschaft? Wie ist das Arbeitsklima? Wo werden die Verpackungen produziert? Unter welchen Bedingungen? Lohndumping? Wie sind die Haltungsbedingungen der Nutztiere, jene die Milch oder die Molke (Käseproduktion) liefern? Welches Futter bekommen die Tiere? Woher kommt das Futter? Welche Umweltstandards werden eingehalten?
Und so weiter… und so fort. Diese Liste könnte man noch lange weiterführen.

Diese Fragen zu stellen, nicht müde zu werden das Beste für uns Menschen als Teil des Ökosystems anzustreben, die gesamte Wertschöpfungskette Schritt für Schritt noch transparenter zu gestalten, in jedem Bereich das Streben nach maximaler Nachhaltigkeit und Ehrlichkeit … dafür steht SPORTBIONIER!

Wenn es billigere Produkte gibt, dann hat das auch seinen Preis! Diesen bezahlen nicht wir, nicht jetzt und nicht heute. Nein!
Wenn beispielsweise durch den massiven Besatz von Milchkühen auf Neuseeland Umweltschäden entstehen, dann bezahlen das die Menschen entweder dort vor Ort oder jene, die diese Produkte wo anders auf der Welt kaufen (Wie nachhaltig ist Whey aus Neuseeland?) oder global gesehen die nachfolgenden Generationen!
Wenn Menschen aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen krank werden, dann bezahlen WIR das zeitversetzt durch höhere Steuern und Sozialabgaben.

Billige Produkte sind nur auf dem ersten Blick günstig. In Wirklichkeit verlagern sie ihre Kosten entweder geographisch, zeitlich oder sie werden auf das Kollektiv übertragen (Umweltsteuer).

Ich will keine Menschen bekehren, die sich mit diesen Gedanken bisher kaum auseinander gesetzt haben. Zum Glück leben wir zu einer Zeit, wo jeder frei wählen darf, was er konsumiert. Und wenn jemand stets das Billige vorzieht, dann soll es so sein. Ich bemühe mich ein vorbildhafter Unternehmer zu sein, der nachhaltige und gesunde Produkte entwickelt, die eine lebenswerte Zukunft für uns und unsere Nachkommen realistischer machen, als Billigprodukte.
Zum Glück gibt es immer mehr Menschen, die sich für die komplexen Zusammenhänge interessieren. Jene, die über die Problematik von billigen Produkten Bescheid wissen. Menschen, denen es wichtig ist als Vorbild voran zu schreiten und konstruktiv zu handeln. DAS sind die Kunden, die bei SPORTBIONIER sehr gern einkaufen.

Herzlichst,
Emanuel

*Preiskalkulation – für alle, die es ganz genau wissen wollen:
Wir berechnen unsere Preise nach dem klassischen Schema, wie man es in jedem BWL-Studium und Kostenrechnungskurs lernt: Die Rohstoffe, Materialkosten und Fertigungslöhne ergeben die Herstellungskosten. In den Materialeinzelkosten kommen alle Kosten hinein, welche wir direkt als Rohstoffe beziehen und in das Endprodukt mit einfließen. Je nach Produkt sind dies etwa das Bio-Eiweiß, die Früchte für die Geschmäcker, die Verpackung, die Etiketten, etc. Die Fertigungslohneinzelkosten beinhalten  etwa die auf das Produkt verrechenbare Löhne. Lagerkosten, Verpackungskosten oder die Kosten einer falschen Etikketierung sind nicht immer einem einzelnen Produkt zurechenbar und stellen die Materialgemeinkosten dar. Daneben gibt es auch Kosten für die Fertigungsmaschine, die Miete, Energiekosten,… Diese ebenfalls nicht direkt einem Produkt zurechenbaren Kosten bilden die Fertigungsgemeinkosten.  
SPORTBIONIER kann seine und eure Ideen nicht ohne einen gewissen Verwaltungsaufwand umsetzen. Das sind jene Kosten, die nicht direkt mit der Herstellung zu tun hat, aber notwendig sind, um ein Bio-Unternehmer zu sein: Buchhaltung, Steuerberatung, Bio-Kontrolle, u.v.m. Hinzu kommt die „Sichtbarkeit“. Wenn keiner weiß, dass es uns gibt, schaffen wir keinen wertvollen Beitrag. Zur Sichtbarkeit zählt der Onlineshop, die Präsenz auf den sozialen Medien, die Gesamtheit der Kommunikation mit unseren Kunden und bezahlte Werbung. In den Marketingkosten stecken neben den Kosten  der direkten Werbung auch die Kosten in Form von Vergünstigungen, welche wir euch für eure Hilfe im Rahmen des Bonusprogramms geben.
Bei all diesen Kostenpositionen hat SPORTBIONIER noch KEINEN Gewinn gemacht!
Um weiter neue Ideen umsetzen zu können, bedarf es von Zeit zu Zeit an neue Investitionen und hierfür benötigen wir Kapital, welches über einen Zukunftsbeitrag eingeholt werden soll. Hinzu kommt, dass wir uns auch gegen Risiken absichern müssen und daher einen Zukunftsbeitrag auf das Produkt aufschlagen. Klassisch betrachtet ist das der Gewinnaufschlag oder die Marge. Diese macht bei uns im Durchschnitt weniger als 8% (im Bezug zum Verkaufspreis) aus und bleiben im Unternehmen. Manche Produkte verkaufen wir dauerhaft sogar ohne Marge (manche Proteinsorten, Protein Nuggets und Vegan Nuggets) oder temporär auch mit negativer Marge (Aktionen).
Wir sind ständig bemüht effizienter zu werden, Abläufe und Prozesse zu optimieren.

Früher habe ich Fleisch in Großmengen direkt beim Schlachthaus gekauft

Während meines Psychologiestudiums habe ich von einer Studie gehört, dass wir Menschen im Bruchteil einer Sekunde andere Menschen bewerten. Egal ob wir das wollen oder nicht. Unsere Amygdala, also das Zentrum der Emotionen, lässt zuerst ein Gefühl darüber entstehen, ob wir jemanden nett oder unsympathisch finden, bevor wir darüber nachdenken. Mit unserem rationalen Großhirn können wir lediglich das bereits entstandene Gefühl reflektieren, doch im Alltag haben die wenigsten von uns weder die Zeit, noch die notwendige Achtsamkeit dazu.

Die vorschnellen Bewertungen hatten in der Evolution bestimmt ihren Sinn, doch in der heutigen modernen Welt, wo wir Menschen es endlich geschafft haben halbwegs friedlich miteinander auszukommen, sind diese blitzschnellen Bewertungen des Mittelhirns mit Vorsicht zu genießen.

Mir ging es vor kurzem so, als ich ein Email von einem Instagram Influencer mit dem Namen @andy.kul bekam. Er sei auf der Suche nach einem Kooperationspartner und schrieb unter anderem:

“Mir gefällt Ihre Produktpalette da Sie ein österreichischer Hersteller sind und biologisch, nachhaltig produzieren.”

Nach Durchsicht seines “massiven” Instagram Profils mit über 20.000 Followern hatte ich so meine Zweifel, ob das eine gute, gelingende Kooperation werden könnte. Auf dem ersten Blick schien er nicht das auszudrücken, wofür SPORTBIONIER steht.

Schließlich ließ ich mich doch auf eine Kooperation ein, schickte ihm eines unserer Bio Whey Proteine zu und hoffte darauf, dass er zumindest ein Foto auf seinen Instagram-Feed stellt, damit das seine tausende Follower sehen würden. Eine moderne Marketingmöglichkeit, die in manchen Fällen sehr sinnvoll sein kann.

Nach dem einen veröffentlichten Bild, war ich freudig überrascht, wie häufig er fortan von unseren Produkten in seinen Instagram Storys schwärmte.

Doch was dann geschah, damit habe ich nicht gerechnet!

Eines Tages veröffentlichte er eine Storys zum Thema Tierwohl und Nachhaltigkeit und bekam daraufhin viele Reaktionen, weil seine Follower diese “neue” Seite von ihm noch nicht kannten.

Ein Sinneswandel der ganz besonderen Art

Andreas lebt gemeinsam mit seiner Freundin und den gemeinsamen beiden Kindern in einer steirischen Kleinstadt. Er ist Vollzeitangestellter bei der Bank und ist konsequent bemüht neben Familie, Freunden und Freizeit noch etwa 3 bis 4 mal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Neuerdings hat er seine Freude im Kraft-Dreikampf gefunden.

Eine Beschreibung, die etwas abgeändert vermutlich auf viele von uns zutreffen könnte. Eben ein ganz gewöhnlicher Typ.

So wie (fast) jeder von uns, achtete auch Andreas bisher darauf, wie er mit seinen begrenzten Ressourcen gut um die Runden kommen kann. Den einen fehlt es an zeitlichen Ressourcen, um diese mit den Menschen zu verbringen, die sie lieben. Den anderen fehlt es an finanziellen Ressourcen, um ihr Leben so gestalten zu können, dass sich ein Gefühl von Sinn einstellt.

Eine Möglichkeit um “mehr” zu haben, besteht darin günstige Lebensmittel zu kaufen. Für viele Jahre war das die Normalität von Andreas und seinen Trainingskollegen. Das ging so weit, dass sie sich als Einkaufsgruppe zusammenschlossen, um beim Schlachthof Bestpreise für Hühnerbrustfilets zu bekommen.

Nach einem gemeinsamen Training erzählt mir Andreas auf seinem Balkon, dass sie damals stolz darauf waren, welche riesigen Mengen an billigem Fleisch sie in kurzer Zeit verzehrten.

Heute will sich Andreas für Tierwohl und Nachhaltigkeit einsetzen. Doch nicht radikal. Er ist nach wie vor Allesesser, kein Vegetarier und kein Veganer. Ab und zu isst er Fleisch. Doch viel seltener als früher, und wenn dann aus biologischer und regionaler Weidehaltung. Nicht zu extrem zu sein ist ihm wichtig, vor allem in der Rolle des Vorbilds für seine Instagram Follower, aber auch für seine beiden Töchter.

“Ich bin kein 100% Bio-Vegan-Typ. Ich bemühe mich nachhaltig zu leben, weil es mir sinnvoll erscheint. Doch ab und zu landet trotzdem noch Junk- oder anderer Mist auf meinem Teller. Dazu stehe ich.”

Bei unserem sommerlichen Gespräch auf seinem Balkon erzählt mir Andreas, dass sich das mit Instagram eher zufällig entwickelt hat. Es hat ihn motiviert seine Trainingserfolge zu teilen und so entwickelte sich sein Instagram-Profil zu einem Hobby-Projekt.

Nachdem er dann nach unserem Erstkontakt die Welt von SPORTBIONIER kennen lernte und sich dieses YouTube Video ansah, dachte er darüber nach, was es für ihn bedeutet “Vorbild” zu sein. Vorbild zu sein, bedeutet für Andy, dass man sich etwas traut und zu etwas steht. Vielleicht hängt es auch mit der Geburt seines zweiten Kindes zusammen, dass er nun ein Bewusstsein für die Zukunft der Erde entwickelt hat. Doch für ihn ist nun klar, dass er Sinnvolles tun will. Er hat erkannt, dass es nicht nur darum gehen kann möglichst viele Follower zu haben und möglichst viele Likes zu bekommen. Nein, es geht so wie überall auf der Welt um Macht und Einfluss. Diese beiden negativen konnotierten Begriffe rücken erst dann ins Positive, wenn sowohl der Nutzen für Mensch, als auch für Tier und Umwelt gesteigert werden. Als Folge daraus entsteht Sinn – das Elixier für persönliches Lebensglück.

“Nachdem ich die Gedanken, die zur Gründung von SPORTBIONIER verfolgt habe und vor allem über den Satz “Vorbild sein” länger nachgedacht habe, habe ich irgendwie gemerkt, dass Reichweite und Followeranzahl nix bringt, wenn man es nicht sinnvoll einsetzt … ich möchte nicht einfach nur Produktwerbung betreiben, sondern mehr das nach Außen tragen, wofür SPORTBIONIER steht: Für ein bewusstes und nachhaltiges Leben.”

Bis oft spät nachts liest und recherchiert Andreas im Moment über die katastrophalen Zustände in der industriellen Tierhaltung, überdenkt täglich seine Konsumentscheidungen und will als positives Vorbild voran schreiten. Er will zeigen, dass ein nachhaltiges Leben mit einem Fitness-Lifestyle wunderbar vereinbar ist und obendrein auch noch ein gutes Gefühl und damit auch Sinn schafft.

Andy erzählte mir, dass er bereits als Kind schon die Welt retten wollte. Die Fernsehserie “Captain Planet” habe ihn sehr geprägt. Doch irgendwie sei er davon abgekommen und er habe seine Berufung vergessen, meinte er. Nun ist er froh, dass SPORTBIONIER ihm den Weg (wieder zurück) gezeigt hat.

Für mich als Unternehmer zählen diese persönlichen Transformationen, wie diese von Andreas, zu den schönsten Erlebnissen. Um die vielen globalen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte zu bewältigen braucht es mehr mutige und integre Menschen wie ihn. Die tägliche Ernährung und der Sport formen unseren Körper. Auf die eigene Stimme zu hören, für etwas einstehen und mutig voran schreiten – das formt unseren Charakter. Wahre Stärke und Größe folgt dann, wenn sowohl der Körper, als auch der Charakter durch Widerstand geformt werden.

Ich schließe mit den Instagram-Grußworten von andy.kul: Gebt was ihr könnt! Bleibt sauber!

Frühstücken wie ein Kaiser?

Ein persönlicher Blog von SPORTBIONIER Gründer Emanuel

Über die Hauptmahlzeit des Tages

Vor 10 Jahren lernte ich meine zukünftige Frau Jacqueline, Mutter unserer nun mittlerweile drei Kinder, kennen. Schnell stellten wir zwei frisch Verliebten damals fest, dass wir besonders das gemeinsame Abendessen schätzen. In den ersten Wochen waren wir beide noch etwas schüchtern und genehmigten uns abends gern “ein oder zwei Gläser Wein” (in Wirklichkeit war es damals vor allem Asti in großen Mengen, aber das gebe ich heute nicht gern zu 😅). Unsere Lieblingsspeisen von damals würden Ernährungswissenschaftler als “high palatable food” bezeichnen, also zu deutsch “schmackhaftes Essen” – in der Wissenschaft einer der treibenden Faktoren für Übergewicht (vor allem weil die Nahrungsmittelindustrie genau solche Fett-Zucker-Produkte herstellt, bei denen es aus evolutionsbiologischen Gründen schwer wird, nur eine Portion davon zu verzehren). Und so aßen wir damals abends vor allem Pizza, Pasta Asciutta, All-you-can-eat Sushi-Buffet, Hausmannskost und andere … ja eben unglaublich schmackhafte Gerichte. 😋

Nach einem halben Jahr des ungezügelten Schlemmens, stellte ich schließlich fest, dass – oh welch Überraschung – meine Körperzusammensetzung eine andere war, um es höflich auszudrücken. Es musste eine Lösung her. Ich war entschlossen: „Ich will abnehmen. Ich mach jetzt eine Low-Carb-Diät“. Jacqueline war überrascht, machte dann aber mit.

Um das Ganze abzukürzen: Wir starteten beide mit Kraftsport, stießen durch die Bücher von Jürgen Reis auf die „Warrior Diet“ und kurze Zeit auf das damals noch jungfräuliche Fitnessportal Aesirsports von Damian N. Minichowski. Für uns ist intermittierendes Fasten, bevorzugt nach der Leangains-Methode 16:8, nun bereits seit 2011 genauso normal, wie dass wir unsere frisch zubereitete Hauptmahlzeit abends verzehren.

Das Interesse für die menschliche Evolution, das während meiner Studienzeit in einer Vorlesung für evolutionäre Psychologie geweckt wurde, begünstigte, dass wir etwa 3 Jahre Fans der Paleo-Ernährung waren. Im Jahr 2012 fühlten wir uns mit IF, Paleo und Breakfast-Skipper bei manch gesellschaftlichen Zusammenkünften wie außerirdische Exoten und ahnten nicht, dass diese Themen einige Jahre später zu einem großen Trend werden würden.

Die Auswahl der Lebensmittel sollte sich die Jahre darauf dann nochmals verändern (weg von Paleo, hin zu 100% Bio, unverarbeitet, frisch). An IF 16:8, Breakfast-Skipping und Dinner als Hauptmahlzeit hielten wir jedoch fest. Dieses “Modell” funktionierte für uns und wir hinterfragten es auch nicht. Es wurde zu einer festen Gewohnheit, zu einem fixen Bestandteil, zu einer Normalität. Auch, als wir damals vor der Geburt unseres ersten Sohnes beschlossen, alles Dogmatische im Bezug auf Ernährung loszulassen, damit unsere Kinder einen möglichst entspannten Zugang zum Thema Ernährung bekommen, hinterfragten wir das Abendessen als unsere gemeinsame Hauptmahlzeit nicht mehr. Mama & Papa fasten vormittags, die Kinder bekommen ein kleines Frühstück, tagsüber wird „gesnackt“ und abends gibt es eine große gemeinsame Hauptmahlzeit. “Das war Millionen Jahre lang normal” und daher ist es sinnvoll und gesund, war meine Begründung.

Was Millionen Jahre lang normal war, muss gut sein

Kürzlich las ich das Buch „Der Ernährungskompass“ von Bas Kast. Anfangs etwas skeptisch, stellte ich dann fest, dass der Autor sehr bemüht ist ein möglichst ideologiefreies Gesamtbild zu schaffen. Obwohl ich immer wieder gern etwas über gesunde Ernährung lese, waren doch einige neue Aspekte dabei. Ein Absatz im Buch löste dann jedoch Irritation aus:

„Gibt man Testpersonen die identische Mahlzeit, einmal am Morgen und einmal am Abend, fällt die körperliche Reaktion völlig anders aus, selbst wenn die Fastendauer von der Mahlzeit gleich lang war. (…) In einem Experiment teilte man übergewichtige Frauen in zwei Gruppen. Alle Frauen sollten die gleiche Diät mit der gleichen (reduzierten) Kalorienzahl folgen, mit nur einem einzigen Unterschied: Die erste Gruppe aß ein großes Frühstück und ein kleines Abendessen, in der zweiten Gruppe war es genau umgekehrt (spärliches Frühstück, ordentliches Abendessen). Das Resultat: Die Gruppe mit dem großen Frühstück verlor deutlich mehr Gewicht. Außerdem oder damit zusammenhängend sahen bei ihnen die Blutfettwerte am Ende des Versuchs viel, viel besser aus. (2)

Dies irritierte mich, denn ich war davon überzeugt, dass ich mit der großen Hauptmahlzeit abends, gesundheitlich alles richtig machte.

“Die Steinzeitmenschen fanden morgens schließlich auch keinen vollgefüllten Kühlschrank vor, sondern mussten sich zuerst mal bewegen und grillten ihre erlegte Beute abends über dem Feuer”, erklärte ich meinen Kindern.

Das besondere an dieser Studie: Im Gegensatz zu den meisten Ernährungsstudien handelt es sich hier nicht um eine Beobachtungsstudie, sondern um eine aufwändige randomisierte Interventionsstudie, bei der vorher festgelegt wird, welche Probanden mit welchen Bedingungen untersucht werden. Kurz: Wenn man Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge erforschen will, reichen keine Beobachtungsstudien aus, sondern man braucht randomisierte Interventionsstudien (RCTs, randomized controlled trials).

Dies führte schließlich dazu, dass ich das erste Mal nach fast 10 Jahren bereit war, das Abendessen als gesunde Hauptmahlzeit zu hinterfragen.

Hat die alte Redewendung “Frühstücke wie ein Kaiser, iss zu Mittag wie ein König und zu Abend wie ein Bettler” vielleicht doch seine Berechtigung?

Seit ich diesen Artikel gelesen habe, sind nun über vier Wochen vergangen. Unsere gemeinsame Hauptmahlzeit findet nun am frühen Nachmittag statt. Um dennoch den gesundheitlichen Vorteil der Autophagie (“Zellreinigung”) zu genießen, versuche ich weiterhin intermittierend zu fasten, was jedoch etwas herausfordernder geworden ist, denn das heißt nun, dass es ab 16 Uhr, teilweise erst 17 Uhr nichts mehr zu essen gibt (aus dem Breakfast-Skipping wurde ein Dinner-Cancelling).

Zwei Sachen sind mir innerhalb weniger Tage nach der Umstellung aufgefallen:

  • Ein besseres Sättigungsgefühl über den Tag verteilt. Dieser Effekt hat mich wirklich sehr überrascht. Jacqueline hat diesen Effekt erst nach etwa zwei Wochen wahrgenommen, dann jedoch umso stärker.
  • Eine stark erhöhte postprandiale Thermogenese, also eine Umwandlung der zugeführten Energie in Wärme, vor allem nach dem Mittagessen.

Den Zeitpunkt der Hauptmahlzeit zu ändern ist ein Projekt mit weitreichenden Konsequenzen. Die gesamte Organisation des Tages, ja sogar von Ausflügen und die Urlaubsplanung hängen vom Zeitpunkt der Hauptmahlzeit ab. Ganz zu schweigen von anderen sozialen Settings, Treffen mit Freunden und anderen Terminen.

Der naturalistische Fehlschluss

Millionen Jahre war es also normal, dass sich der Mensch viel bewegte, immer wieder Fastenperioden durchmachte und morgens ohne Frühstück aufwachte. Doch folgt daraus, dass das, was normal war oder ist, auch gut sein muss? Nein! Denn nur weil die Steinzeitmenschen in manchen Regionen große Mengen an Fleisch verzehrten, heißt das nicht, dass dies heute empfehlenswert ist. Auch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Völkern gehören zur Natur des Menschen. Hier scheint es jedem klar zu sein, dass aus dem, was normal war, nicht unbedingt das Gute abgeleitet werden kann.

Hinzu kommt die Überlegung, was sich im Laufe der Evolution der Menschheit wohl eher durchgesetzt hat: Die Reproduktion, also die Weitergabe von möglichst viel Genmaterial oder ein möglichst langes und gesundes Leben? Die Evolution begünstigte Verhaltensweisen, welche die Potenz und die sexuelle Fitness erhöhten. Gene weitergegeben? Mission erfüllt! Dies muss jedoch nicht das Gleiche sein, wie ein Verhalten und eine Ernährung, die ein möglichst langes Leben ohne Erkrankungen begünstigen. Ein langes Leben mit möglichst vielen Glücksmomenten und mit wenig Leid war in der Menschheitsgeschichte nie vorgesehen. Heute können wir selbst entscheiden, was uns wichtig. Aus diesem Grund ist es weder sinnvoll noch ratsam den Lebensstil unserer steinzeitlichen Vorfahren als idealisiertes Vorbild zu nehmen.

Für mich das Wesentliche: Das, was heute oder früher normal war, muss nicht unbedingt gut sein. Ich werde mich bemühen das “Normale” zu hinterfragen, eigene Erfahrungen sammeln und auf diesem Weg herausfinden, was für mich das Gutes und das Richtige ist.

Herzlichst,
Emanuel

 

Quellen:

(1) Paoli, Tinsley et al. The Influence of Meal Frequency and Timing on Health in Humans: The Role of Fasting. Nutrients 201911(4), 719; https://doi.org/10.3390/nu11040719

(2) Jakubowicz, Barnea, et al. High caloric intake at breakfast vs. Dinner differentially influences weight loss of overweight and obese women. Obesity 201321, 2504–2512. (3)

Die wichtigsten Faktoren um gesund alt zu werden. Interview mit Dr. Christian Matthai

Das Interview führte Emanuel Ch. Ziegler, Gründer von SPORTBIONIER

Herr Dr. Matthai, Sie sind Gynäkologe, Hormonspezialist, Ernährungs-, Sport- und Vitalstoffmediziner. Darüber hinaus schreiben Sie Bücher, halten Vorträge, trainieren mehrmals wöchentlich, engagieren sich in diversen Sozialprojekten und erleben privat auch noch Familienabenteuer mit Ihren Liebsten. Wie können Sie dauerhaft so viel Energie aufrecht erhalten und gleichzeitig so entspannt wirken? Was ist Ihr Geheimnis?

*lacht* Eine schöne Frage. Ich glaube, dass das bei mir auf viele Faktoren zurückzuführen ist. Der Sport spielt jedoch eine ganz zentrale Rolle. Ich profitiere immens von körperlicher Betätigung und ich empfinde Sport überhaupt nicht als Belastung. Ich trainiere 6x die Woche. Sport ist für mich ein guter Ausgleich zur beruflichen Beanspruchung. Die Entspanntheit ist ebenfalls ein zentraler Teil meines Lebens und diese kommt mit meinem zunehmenden Lebensalter. Zusätzlich bin ich ein sehr strukturierter, konsequenter und ehrgeiziger Mensch. Das heißt, ich habe einen ganz konkreten Tagesablauf und den verfolge ich akribisch. Trotz viel Arbeit entsteht dadurch relativ wenig Stress.

Das hört sich tatsächlich wie ein Erfolgsrezept an. Wie sieht so ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Damit mein Morgen nicht hektisch beginnt, starte ich meinen Tag mit frühem Aufstehen. Das empfehle ich auch vielen Patienten. Gerade jenen, die sagen, dass sie für Frühstück keine Zeit haben. Ein wenig früher aufzustehen, bringt viel Entspannung mit in den Tag. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit meiner Familie, fahre ich zur Arbeit und bin meistens schon eine dreiviertel Stunde vor der Öffnung meiner Ordination vor Ort, um mich in Ruhe auf den Tag vorbereiten zu können. Ich lasse auch nichts an Arbeit anstehen. Ich schiebe nichts auf. Am Ende des Tages, nach dem Sport, kommt der Tagesabschluss, bei dem ich einerseits den Tag reflektiere und auch überlege, was für den nächsten Tag wichtig ist. Ich gehe relativ früh ins Bett. Sport und Beruf brauchen viel Erholung, daher bin ich allerspätestens um 23 Uhr im Bett, um auf mindestens 7 Stunden Schlaf zu kommen.

Würden Sie meinen, dass man genauso viel Konsequenz und Disziplin braucht, um sich gesund zu ernähren?

Nein, denn schlussendlich geht es darum, dass das Verhalten zu einer automatischen und somit zu einer gesunden Gewohnheit wird. Wichtig in diesem Fall ist auch ein Grundwissen über Ernährung, um nicht in die vielen Ernährungsfallen zu tappen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man nach einem Supermarkteinkauf mit ungesunden Lebensmitteln nach Hause kommt, ist sehr groß.Die Unwissenheit und die Zeitnot erhöhen nochmals die Wahrscheinlichkeit, dass man sich ungesund ernährt.

Ich nehme wahr, dass für viele das Thema „Gesunde Ernährung“ verwirrend ist. Häufig höre ich Aussagen wie „Jeder Arzt sagt was anderes“. Hinzu kommt, dass Ernährungsbücher oft in einem wissenschaftlichen Deckmantel daher kommen, um fundiert und seriös zu wirken. Was ist Ihr Fazit?

Meine Grundbotschaft lautet, dass richtige Ernährung etwas sehr individuelles ist: Wir verdauen alle unterschiedlich. Wir haben unterschiedliche Geschmäcker. Jeder sollte seinen Weg finden, indem man Dinge ausprobiert und so herausfindet, was einem gut tut und was nicht.Es gibt natürlich einen roten Faden und Basissäulen, an denen man sich orientieren kann, wie zum Beispiel viel Gemüse, Obst, gesunde Fette, wenig Fleisch, wenig Zucker, wenig Alkohol. Das ist nichts Neues und auch nicht aufregend. Viele sind an extremen und neuartigen Diätformen interessiert. Doch meistens ist der neueste Trend nicht die geeignete Art der Ernährung. Es bedarf eines gewissen Interesses und einer Zeitinvestition, um herauszufinden, was mir gut tut und was ich davon auch in der Praxis umsetzen kann. Die beste Empfehlung bringt nichts, wenn sie nicht praxistauglich ist.

Herr Dr. Matthai, haben Sie für sich ihre gesunde Ernährung gefunden?

Ich weiß was mir gut tut und was mir nicht gut tut. Ich vertrage z.B. Fruchtzucker schlecht, daher esse ich wenig Obst. Daher muss ich leider eine große und gesunde Lebensmittelgruppe ausschließen. Gesund heißt für mich somit auch, dass ich nicht immer alle Lebensmittel integriere, die potentiell gesund sein könnten. Ich hab meine gesunden Lebensmittel gefunden und ernähre mich sehr gesund. In der Familie essen wir selten bis nie Gebackenes oder Frittiertes. Wir leben nicht zuckerfrei, gehen aber sehr bewusst mit diesem Thema um. Ab und an gönne ich mir Sünden, die sich jeder gönnen sollte, weil der Genussfaktor auch wichtig ist.

Dr. Christian Matthai, Portrait

Das Mindset von Hormonexperte Dr. Christian Matthai:
Reflexion und Mäßigung.

Meine Frau Jacqueline war nach der Geburt unseres 3. Kindes mit ihrem Körper sehr unzufrieden, weil sie sich nach einem schlanken und straffen Körper sehnte. Ich kann mir vorstellen, dass Sie als Gynäkologe mit diesen Gewichtssorgen bzw. dem Wunsch eines schönen Körpers täglich zu tun haben. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, wie es gelingt einen gesunden Körperfettanteil zu erreichen und diesen dann auch zu halten?

Das ist tatsächlich ein sehr präsentes Thema – von der ganz jungen Frau bis hin zur Frau in der Post-Menopause. Es ist nicht nur die Auswirkung der Anti-Baby-Pille auf das Gewicht, sondern es gibt auch viele Hormonstörungen, die durch Übergewicht erst entstehen. Die größte Problemgruppe sind Frauen im Wechsel. Da ändert sich nicht nur die Körperzusammensetzung, sondern auch der Hormonhaushalt. In fast allen Fällen kommt es dadurch zu einer Gewichtszunahme.Ich bemühe mich meine Patientinnen ganzheitlich zu unterstützen und zu betreuen. Das reicht von einer Ernährungsberatung bis hin zur Unterstützung mit Hormonen. Manchmal empfehle ich auch sehr strikte Diäten. In manchen Lebensphasen ist es notwendig, die Kalorienzufuhr deutlich zu reduzieren, um eine Gewichtsabnahme zu ermöglichen.Wenn das gelingt, ist die nächste Herausforderung das Gewicht dann auch zu halten. Ich versuche meinen Patienten klar zu machen, dass eine Diät initial notwendig ist, um Gewicht zu verlieren, aber letztlich muss man zu einer Ernährung finden, die man sein Leben lang durchziehen kann und will. Viele Menschen machen Diäten und denken nur kurzfristig. Wenn man nach 8 Wochen sein Gewichtsziel erreicht hat, dann ist man nicht am Ziel. Denn dann geht es erst los! Man sollte sich eine Diät zurecht legen, die man gerne den Rest seines Lebens einhält.

Welche Rolle spielen Proteine beim Abnehmen und beim Halten vom Wunschgewicht?

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Frauen oft zu wenig Eiweiß zu sich nehmen. Gerade bei einer kalorienreduzierten Diät sind Proteine sehr wichtig, weil sonst die Muskelmasse verloren geht. Oft werde ich dann gefragt: „Soll ich mehr Fleisch essen?“ Nein, denn grundsätzlich ist es ratsam, wenig Fleisch zu essen, aber wir müssen dafür sorgen, dass die Eiweißzufuhr stimmt. Manche mögen gewisse Proteinquellen wie Fisch, Meeresfrüchte oder Sojaprodukte nicht und somit fällt schon einiges weg. Aus diesem Grund bin ich auch ein Fan von Proteinshakes geworden – sie machen die Eiweißaufnahme so unkompliziert. Speziell in Diätphasen kann man damit sehr leicht auf eine gewünschte Eiweißmenge kommen. Hinzu kommt der sättigende Effekt, der vom Eiweiß ausgeht.

Neben einer naturbelassenen Ernährung und einem aktiven Lebensstil ist auch die Erholung, die Regeneration, … kurz die Abwesenheit von Stress nicht nur wichtig beim Abnehmen, sondern auch essentiell um Trainingsfortschritte zu machen. Welche Tipps haben Sie, um mit dem Thema Stress besser umzugehen?

Die Idee „Stress zu meiden“ ist für 99% komplett utopisch. Ich mag den Satz: „Lassen sie sich nicht stressen“ nicht, weil Stress muss nicht unbedingt schlecht sein. Wir leben in einer Zeit, wo wir fast alle täglich in Stresszustände kommen. Das ist nicht das Problem. Es ist die Dis-Balance zwischen Anspannung und Entspannung. Wenn diese Balance gekippt ist, geht das an die Substanz des Körpers. Wenn das zu lange bestehen bleibt, werden wir krank. Ich versuche selbst mit Stress gut umzugehen oder diesen zu kompensieren und empfehle das auch meinen Patienten: Etwa über den Sport, über die Ernährung und auch, ganz bewusst, über die Zufuhr mit Nahrungsergänzungen. Trotz meiner 60-65 Arbeitsstunden pro Woche und fast täglichem Sport, habe ich nicht das Gefühl, dass mir die Luft ausgeht. Man muss ein Bewusstsein dafür entwickeln, wann man einen Gang zurückschalten muss. Es ist äußerst ratsam sich in Mäßigung zu üben und im Maß halten können diszipliniert ist. Beispielsweise habe ich nie einen Vollrausch. Ich trinke ab und an gern ein Achterl Wein, aber ich vermeide große Mengen von Alkohol, weil das sonst das gesamte Konstrukt ins Wackeln bringt. Gerade während der Arbeitswoche darf eine gewisse Alkoholmenge nicht überschritten werden, weil sich das sonst auf die Erholung und Regeneration auswirkt und somit die eigene Balance gefährdet ist. Ganz ähnlich ist es beim Schlaf. Ich gehe wochentags niemals spät in der Nacht ins Bett. Das ist mir heilig.

Wissen und Umsetzung sind leider zwei unterschiedliche Dinge. Auch, wenn man viel weiß, heißt das leider noch lange nicht, dass einem die Umsetzung gelingt. Haben Sie Tipps dazu?

Wichtiger als das Wissen, ist das Reflektieren und das mit sich selbst beschäftigen. Darauf achten: Was tut mir gut und was tut mir nicht gut? Ich bekomme beispielsweise aufgrund des aktuellen Trends öfter die Frage gestellt, ob es denn Sinn macht auf Gluten zu verzichten. Ich rate meinen Patienten dann es einfach auszuprobieren und herauszufinden, was dann passiert. Es gibt viele die lassen Gluten einfach pauschal weg ohne sich darüber Gedanken zu machen, welche wertvollen oder genussvollen Lebensmittel dadurch wegfallen und ohne darüber zu reflektieren, was das Ziel oder der Nutzen des Verzichts sein könnte. Die allermeisten berichten dann übrigens, dass sie nach einem Glutenverzicht keine nennenswerten Veränderungen feststellen konnten. Man muss einfach ein wenig reflektieren, sich mehr mit dem eigenen Körper und mit der eigenen Seele beschäftigen, dann kann man relativ schnell und zuverlässig erkennen, was ist für mich gut geeignet und was soll ich lieber meiden. 

Herr Dr. Matthai, Sie sind auch Anti-Aging Experte. Was sind Ihrer Meinung nach die größten und wichtigsten Faktoren, um gesund alt zu werden?

Im Rahmen eines meiner Bücher habe ich meine Großmutter interviewt, die jetzt im Juli 100 Jahre alt wird. Leider konnte sie mir keine klare Anleitung geben, wie man so alt wird. Doch nach allem, was ich persönlich herausgefunden habe, gibt es zwei Faktoren, die womöglich den größten Einfluss darauf haben, wie man gesund alt wird:

  1. Schlank sein und schlank bleiben. Trends, wie das intermittierende Fasten oder auch längere Fastenperioden, in denen man wenig Kalorien zuführt, sind für die Erneuerung und Verjüngung der Zellen (Autophagie) eine wertvolle Sache.
  2. Auf der anderen Seite: Balance im Leben finden.

Meine Großmutter hat etwas gemacht, das wenig Menschen machen: Sie betet jeden morgen um 5 Uhr für etwa zwei Stunden und das seit mindestens 50 Jahren. Das ist für sie so etwas wie Meditation. Dabei geht sie in sich und ist ungestört. Meditation ist ja, wie wir wissen, ein großartiges Werkzeug um Stress abzubauen und die Balance wieder herzustellen. Neben körperlicher Betätigung, dem Vermeiden von Rauchen, Alkohol, und Zucker, sind das Halten eines geringen Anteils an Körperfett kombiniert mit bewussten Fastenzeiten, sowie das tägliche Streben nach Balance zwischen Be- und Entspannung die wichtigsten Faktoren um möglichst lange gesund zu bleiben.

Nun zur letzten Frage: Was ist Ihrer Meinung nach im Bezug auf das Thema Gesundheit DER Faktor, der von den allermeisten Menschen unterschätzt wird und daher zu wenig Aufmerksamkeit bekommt?

Die meisten Menschen unterschätzen die Wirkung der Nahrung, die wir Tag für Tag in uns aufnehmen und verstoffwechseln. Ich animiere meine Patienten dazu, sich bewusst mit dem Thema Ernährung auseinander zu setzen. Nehmen Sie sich Zeit, gehen Sie in den Supermarkt und schauen Sie sich die Zutatenliste der Produkte, die Sie regelmäßig konsumieren, ganz genau an. Überlegen Sie sich gut, ob Sie dieses Produkt mit all dem, was darin enthalten ist (vielleicht Zucker, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, etc.) dauerhaft und regelmäßig zu sich nehmen wollen. Machen Sie sich Gedanken darüber, was Sie jeden Tag mehrmals oft unbewusst in sich hineinschaufeln. 

Herr Dr. Matthai, vielen Dank für das Gespräch.

We’ve got the power!

Wenn ich mich mit anderen über die Herausforderungen unserer Zeit, wie Klimawandel, Umweltschutz oder unseren Beitrag dazu unterhalte, fällt ganz schnell immer wieder der Satz: „Als Einzelner kann man da ja eh nichts ändern.“ Aber ist das wirklich so? Nimmt man sich mit diesem Statement nicht ganz elegant aus der Verantwortung?

Von der Macht des Einzelnen

Natürlich sitzen die wenigsten an der Spitze einer Regierung, eines Konzerns, einer Interessengemeinschaft. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir nichts bewegen können. Mit jeder Entscheidung, die wir treffen, leisten wir einen Beitrag und tragen dafür auch die Verantwortung. Wir entscheiden, wie wir leben, was wir kaufen und was uns wichtig ist. Nehmen wir zum Beispiel den Umweltschutz. Wenn man sich noch vor 30 Jahren für Umweltschutz eingesetzt hat war man ein „Öko“, heute ist es ein Thema, das uns täglich begegnet und beschäftigt. Von der Überfischung der Meere bis hin zu Plastikmüll in den Ozeanen. Oder auch bei uns vor der Haustüre: Feinstaubbelastung, Aufbrauchen der Ressourcen, Bienensterben. Man muss nur hinsehen.

Bei sich selbst anfangen

Bevor wir nun beginnen uns darüber aufzuregen, dass unsere Regierungen es nicht schaffen, sich für unseren Planeten ausreichend einzusetzen, könnten wir bei uns selbst anfangen. Indem wir uns entscheiden, bewusster und nachhaltiger zu leben, um die Lebensqualität auch für künftige Generationen zu erhalten. Ihr wisst nicht, wo ihr anfangen sollt? Vielleicht helfen euch folgende Punkte, mit denen ihr sofort beginnen könnt:

  1. Weniger ist mehr
    Müssen die neuen Schuhe tatsächlich sein? Oder die Tasche? Das neue Handy? Wenn du dir nicht sicher bist, dann kaufe es nicht! Wenn wir weniger konsumieren gehen wir einen klaren Schritt weg von der Wegwerfgesellschaft.
  2. Bewusst konsumieren
    Wir entscheiden, wo wir einkaufen. Setze, wenn es geht, auf regionale, biologische und oder fair hergestellte Produkte. Im Fall von Kleidung oder Gebrauchsgegenständen kann man auch mal zu Secondhand-Artikeln greifen.
  3. Plastikfrei
    Obst, Gemüse, Käse – fast alle Lebensmittel im Supermarkt sind mittlerweile in Plastik verpackt. Nach einem Einkauf müssen wir erst mal den ganzen Müll entsorgen. Was da hilft sind eigene Behälter, die man zum Einkaufen mitnimmt. Am besten in der eigenen Einkaufstasche aus Stoff oder dem Rucksack transportiert. Kleine Schritte, die helfen.
  4. Setz auf deine Beine
    Weniger Auto, mehr Fahrrad oder Öffis! Autos schaden unserer Umwelt enorm. Wie wäre es also, wenn wir öfter in die Pedale treten oder auf Bus und Bahn umsteigen, dort wo es möglich ist? Das vermeidet nicht nur unnötige Emissionen, sondern tut auch unserem Körper gut, weil wir uns mehr bewegen.
  5. Mahlzeit
    Auch durch nachhaltige Ernährung können wir einen Beitrag leisten. Weniger Fleisch, regionale und wenig verarbeitete Lebensmittel. So umgehst du lange Transportwege und hilfst Energie und Ressourcen zu sparen, die für die Verarbeitung verwendet werden. 
  6. Das ist noch gut
    Reparieren statt wegwerfen! Ja, es ist oft teurer ein defektes Gerät zu reparieren als ein neues zu kaufen. Aber auch hier gibt es Alternativen, wie z.B. Repaircafés oder Initiativen, die beim Reparieren unterstützen. 
  7. Suche Verbündete
    Weil wir doch gemeinsam stärker sind, vernetze dich mit anderen, rede mit deinen Freunden und deiner Familie darüber. Wenn jeder von uns ein paar andere dazu motiviert, im eigenen Umfeld ein wenig bewusster zu leben, können wir viel erreichen.

 

Mein Buchtipp
Wer jetzt noch mehr das Gefühl hat “Gutes zu tun”, dem möchte ich dieses Buch ans Herz legen. Der junge Philosophieprofessor William MacAskill inspiriert mich sehr und hat sein Leben dem effektiven Altruismus gewidmet. Eine neue Bewegung, bei der es darum geht, dass aus guten Überlegungen auch tatsächlich gute und effektive Taten werden. 

Vorreiter und Ideentreiber

Auch wir bei Sportbionier übernehmen Verantwortung! Wir bestimmen, was in unseren Produkten drin ist! Wir wählen die Rohstoffe aus, kennen unsere Lieferanten, füllen die Bio-Proteine in unserer eigenen Manufaktur selbst ab und liefern die Produkte ohne teuren Zwischenhandel direkt zu unseren Kunden. Dabei stehen Fairness, ressourcenschonendes Handeln und der Einsatz von Rohstoffen aus biologischer und möglichst regionaler Landwirtschaft im Vordergrund. Und wir wollen mit unseren Kunden Ideen vorantreiben, die zu sinnvollen Produkten führen.

Werden wir gemeinsam aktiv und gestalten unsere Welt mit!

Volle Kraft voraus!

Euer Emanuel

Lange Zutatenliste? Hergestellt unter fragwürdigen Bedingungen? Bei uns nicht: Wir setzen konsequent auf Bio, fördern regionale Wirtschaftskreisläufe und sind stets bemüht aufs Ganze zu achten. Hier geht’s zum Produkt.

Ernährungswahnsinn

Der Biss ins Weckerl am Weg zum Bus, Take Away-Mittagessen schnell zwischendurch, die Finger immer am Smartphone, Abendessen neben dem Fernseher. Schnell, einfach, günstig soll es sein. Satt machen muss es. Aber was ist mit Nahrung? Für unseren Körper, aber auch für unsere Seele? Wir haben verlernt normal zu essen. Aber warum ist das so?

Wir haben von allem zu viel

Es ist ein erste Welt Problem: Essen ist immer und überall verfügbar. Supermarkt, Tankstellen, Bahnhofshops, Automaten, Restaurants, Cafés – Tag und Nacht können wir uns mit mehr oder weniger sinnvollen Lebensmitteln eindecken. Wir kaufen mehr als wir brauchen und essen auch oft mehr, als wir tatsächlich sollten. Und auch dann, wenn wir eigentlich keinen Hunger haben. Der Rest des Essens landet im Müll. Und zeitgleich leidet fast eine Milliarde Menschen auf der Welt Hunger.

Verrückte Welt

Während also die einen zu wenig haben, haben sich in der Wohlstandsgesellschaft gefährliche Trends entwickelt. Hier trifft Adipositas auf Magersucht, Magenring auf Bulimie, Binge Eating auf Nahrungsverweigerung. Doch wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus? Ich denke, wir müssen als Gesellschaft wieder lernen, richtig zu essen. Weg vom Fast Food und Billigprodukten bedenklicher Herkunft, hin zu regionalen, nachhaltig Produzierten Lebensmitteln. Weniger, dafür bessere Qualität.

Vernünftige Ernährung mit Genuss

Welche Ernährungsform jetzt die beste ist, darüber lässt sich ganz hervorragend streiten. Die einen setzen auf Low oder No Carb, die anderen essen ohnehin nur jeden zweiten Tag (Intermittierendes Fasten), wieder andere ernähren sich wie unsere Vorfahren (Paleo), oder entsagen allen tierischen Produkten und leben vegan. Aber Essen ist ja nicht nur ein Vorgang, den man durchführt, um die Körperfunktionen am Laufen zu halten, sondern ist ja in erster Linie auch Genuss. Und ein sozialer Faktor. Was gibt es schöneres, als sich gemeinsam mit Familie oder Freunden an einen Tisch zu setzen und in gemütlicher Atmosphäre ein gutes Mahl zu genießen. Genuss, mit Maß und Ziel.

Qualität vor Quantität

Wie fast überall im Leben sollte auch beim Essen gelten: Qualität vor Quantität. Lieber seltener Fleisch essen, dafür hochwertiges von glücklichen Tieren. Lieber seltener naschen, dafür ohne schlechtes Gewissen und mit wertvollen Inhaltsstoffen. Wer darauf achtet, was er zu sich nimmt, wird meist die richtige Wahl treffen. Nahrung ist für uns das, was der Treibstoff für das Auto ist. Niemand, der sein Auto schätzt, würde minderwertigen Treibstoff tanken, der den Motor garantiert in kurzer Zeit ruiniert. Dasselbe sollte für unseren Körper gelten. Geben wir ihm Nahrung, die ihn ein Leben lang fit und gesund hält und vermeiden wir Lebensmittel, die mit ihren Inhaltsstoffen Schaden anrichten.

Teil der Lösung

Wir bei Sportbionier wollen einen Beitrag leisten, Menschen wertvolle und gesunde Nahrung wieder näher zu bringen. Mit unseren Produkten setzen wir auf soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit und auf die Konzentration auf das Wesentliche. Zum Beispiel mit unseren Bio Protein Nuggets. Nur drei Zutaten machen diese köstlichen Nuggets so besonders. Da ist nichts drinnen, was nicht drinnen sein muss. Nur Molke, Honig und Kakaomasse. Und natürlich viel Genuss. Denn ganz ehrlich, wenn wir das Leben nicht genießen, haben wir wirklich etwas falsch gemacht.

Genießt euer Leben!

Euer Emanuel

Kalorien zählen und in weniger als 15 Minuten am Tag effektiv abnehmen

Das Zählen von Kalorien und Nährstoffen ist wohl der effektivste Weg, um Gewicht zu verlieren. Eine neue Studie zeigt, dass das Tracken von Lebensmitteln nicht einmal 15 Minuten am Tag benötigt.

Kalorienzählen ist die Basis aller Ziele beim Zu- und Abnehmen

Möchte man Gewicht verlieren, so zeigen vielerlei Untersuchungen, dass das Zählen von Kalorien die effektivste Methode zu sein scheint. Unabhängig davon ist es wohl auch der beste Weg, um effektiv Muskeln aufzubauen und damit gezielt und effektiv zuzunehmen. Aus diesem Grund ist das Kalorienzählen auch für Ernährungsberater unentbehrlich, da es die Basis für den Erfolg eines angestrebten Gewichtsziels legt.

„Essen tracken? Das ist ja nervig!“

Aus der Erfahrung wissen wir, dass Menschen es hassen, jedes Mal ihrer Mahlzeiten und auch Zwischenmahlzeiten („Snacks“) tracken zu müssen. Essen ist schließlich Genuss und ein wichtiges soziales und kulturelles Gut. Aus diesem Grund ist es für viele Klienten eine wirkliche Belastung, jedes einzelne Lebensmittel in einer Tabelle niederschreiben oder in eine App eintragen zu müssen.

Auch einen Smoothie oder Saft muss in die Kalorienbilanz mit einberechnet werden. Doch trägt man diesen nicht ein, vergisst man wieder ganz schnell, dass man diesen zu sich genommen hat.

Das Essen zu Tracken dauert gerade einmal 14 Minuten und 36 Sekunden am Tag

Wissenschaftler aus der University of Vermont haben sich angeschaut, wie lange die 142 Teilnehmer an ihrer Studie für das Eintragen der Lebensmittel tatsächlich brauchten. Dabei dauerte das Tracking im ersten Monat knapp über 23 min, doch über die Zeit wurde das Eintragen wesentlich intuitiver und schneller. So benötigten die erfolgreichen Abnehmwilligen im sechsten Monat nur noch 14,6 min am Tag, um alle ihre Mahlzeiten einzutragen.

Erfolgreiches Abnehmen bedeutet nicht stundenlanges Tracken, sondern regelmäßig zu tracken

Laut Harvey und seinen Kollegen muss das Kalorienzählen nicht lange dauern. Im Gegenteil, das wäre sogar kontraproduktiv und würde Lust und Motivation rauben. Die erfolgreichsten Gewichtverlierer hatten alle etwas gemeinsam: Sie überwachten sich beim Essen täglich drei oder mehr Male. Das Ausschlaggebende waren also nicht die Zeit und die Details des Trackens, sondern die Erfolgsformel: „write it when you bite it“, was auf Deutsch so viel heißt wie „schreib es auf, wenn du reinbeißt“.

Eine Küchenwaage sollte nicht nur zum Backen verwendet werden. Auch zum Tracken der Mahlzeiten eignen sich ganz genaue Grammangaben, um optimale Erfolge zu erzielen.

Tracking ist effektiv, erfolgsversprechend und verbraucht gerade einmal 1 % der Tageszeit

Trainer und Ernährungsberater wissen, dass das Tracken von Nährstoffen die Basis darstellt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Kann man sich keine Beratungssitzungen leisten, so empfiehlt es sich, die Kalorien auf eigene Faust zu zählen. Apps wie die von FatSecret, YAZIO oder MyFitnessPal machen es mittlerweile spielerisch leicht. Die Erfahrung zeigt außerdem, dass diejenigen Personen, die ihre Erfolge regelmäßig selbst kontrollieren, auch die besten und langfristigsten Erfolge aufbringen.

Das Wesentliche: Das Tracken mit Apps kann anfangs sehr schwierig und belastend sein. Findet man sich jedoch erst ein, so zeigt eine Studie von der University of Vermont, dass das Tracken auf Dauer weniger als 15 min am Tag braucht. Zudem ist die Tracking-Methode die effektivste Methode, um auf eigene Faust erfolgreich Gewicht zu verlieren. Gleiches gilt auch für die gewollte Gewichtszunahme, um bspw. Muskelmasse aufzubauen.

Ich tracke – und du?

Ich selbst bin Typ-1-Diabetiker, was dazu geführt hat, dass ich nahezu jede Zutat einer Mahlzeit abwiege. Zumindest wenn möglich. Nur so erreiche ich stabile Blutzuckerwerte und auf Dauer einen optimalen HbA1c-Wert („Langzeit-Blutzucker“). Tracken tu ich schon seit über 4 Jahren und dabei habe ich diverse Vorteile des Trackings erfahren dürfen. So weiß ich immer, warum ich bspw. gerade zunehme und was offensichtlich der Grund für die Zunahme ist. Außerdem kann ich im Nachhinein analysieren, ob meine Ernährung tatsächlich so ausgewogen, vielseitig und vollwertig ist wie es mir das Bauchgefühl einredet. Letzten Endes ergeben sich auch wesentliche Vorteile für einen optimalen Aufbau an Muskeln und Magermasse, indem man die Nährstoffverteilung bestimmt und auf seinen Ernährungsalltag anpasst.

Und wie sieht es bei dir aus? Hast du schon mal versucht, deine Ernährung zu tracken? Falls ja, hast du dabei Erfolge gehabt? Trackst du immer noch oder zählst du deine Kalorien bzw. Nährstoffe nur in bestimmten Phasen? Oder verabscheust du das Tracken voll und ganz und siehst darin wesentliche Nachteile? Lass uns deine Gedanken wissen, indem du einen Kommentar dalässt!

Esst gesund & lecker!
Adrian Famula aka Famulus

Quellen:

  •  University of Vermont. “Is the most effective weight-loss strategy really that hard? New study shows dietary self-monitoring takes less than 15 minutes a day.” ScienceDaily. ScienceDaily, 25 February 2019. <www.sciencedaily.com/releases/2019/02/190225075616.htm>.

Weniger ist mehr

„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern nichts mehr weglassen kann“
Antoine de Saint-Exupéry

Wir leben in einer Zeit, in der „mehr“ geradezu Pflicht ist. Mehr Information, mehr Meinung, mehr Lärm, mehr Genuss, mehr Schuhe, mehr Terabyte, mehr Alles. Unsere Wegwerfgesellschaft erzeugt Produkte, die immer schneller kaputt werden und die meistens keiner braucht. Und das für Menschen, die an dem Mehr oft zerbrechen.

Stichwort Achtsamkeit

In den vergangenen Jahren hat sich der Begriff Achtsamkeit, oder im englischsprachigen Raum Mindfulness, etabliert. Dazu gehört auch ein neues Verzichten in unserer Verschwendungsgesellschaft. Nachhaltigkeit, ein umfassendes Gesundheitsbewusstsein sowie die Sehnsucht nach Unbeschwertheit und Vertrauen, all das sind Punkte im Achtsamkeits-Trend. Diese Konzentration aufs Wesentliche, weg vom Unnötigen, ist etwas, das uns in vielen Bereichen des Lebens gut tut.

Bewusst essen

Was für den Alltag gilt, gilt natürlich auch für Ernährung. Clean Eating ist schon lange kein Geheimtipp mehr und dass in Fertiggerichten Zusatz- und Farbstoffe sowie Konservierungsmittel enthalten sind, die unserer Körper ganz sicher nicht braucht, ist auch bekannt. Der Trend geht definitiv zurück zu regionalen, biologisch produzierten Produkten, im Einklang mit Natur,Tier und Umwelt. Weniger ist mehr ist auch hier die Devise. E-Nummern, Verfallsdaten und Zusatzstoffe kann man sich sparen, wenn man selbst kocht und weiß, woher die Nahrungsmittel kommen.

Verzicht auf Überflüssiges

Wer viel Sport betreibt weiß, wie wichtig Proteine für den Muskelaufbau sind. Proteine, also Eiweiß, sind ein elementarer Bestandteil unserer Nahrung und für alle Menschen wichtig. Denn sie übernehmen neben dem Muskelaufbau viele weitere Funktionen in unserem Körper. Zusätzlich zur Bildung von Antikörpern regulieren sie auch den Stoffwechsel, beschleunigen chemische Reaktionen in unserem Körper und schenken uns Energie. Wer neben einer ausgewogenen Ernährung seinen Körper mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen will, der sollte auch hier darauf achten, dass nichts drinnen ist, was nicht drinnen sein muss oder reingehört.

Sinnvolle Inhalte

Wir bei Sportbionier glauben daran, dass etwa ein Wheyprotein mit maximal zwei Zutaten auskommen muss. Dieser Verzicht auf den Überfluss macht die Qualität unserer Produkte aus. Wer etwa ein Bio Whey Vanille kauft, kann sicher sein, dass nur Molkeneiweiß und Vanille drinnen ist, und zwar aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft. Sonst nichts. Das ist es auch, was unsere Produkte so einzigartig macht. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche, auf die Funktion des Produktes und verwenden dann die Inhaltsstoffe, die wir dafür benötigen. Aspartam, Stevia oder Zucker haben hier nichts verloren! Deshalb sind unsere Produkte nicht nur für Spitzensportler, sondern für die gesamte Familie geeignet.

Es braucht nicht viel, um sich wohl zu fühlen. Man muss nur bewusst das weglassen, was unnötig ist.

Herzlichst,
euer Sportbionier Emanuel

Drei Bücher, die dich stärker machen

Schon die alten Philosophen im antiken Griechenland wussten, dass ein gesunder Körper und ein gesunder Geist Hand in Hand gehen.

Hier möchte ich drei Bücher empfehlen, die mich im Jahr 2018 besonders inspiriert haben.

 

Effektiv die Welt retten
“Gutes besser tun” ist ein unglaublich inspirierendes Buch. Vor allem dann, wenn es dir wichtig ist einen wirklich sinnvollen Beitrag für die größten Herausforderungen der Menschheit beizusteuern. Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und grundlegende Entscheidungen in meinem Leben beeinflusst.

 

Wunschgewicht erreichen
Wenn du endlich dein Wunschgewicht erreichen möchtest, dann kann ich dir den Bestseller von Dr. Nadja Hermann ans Herz legen. Sie selbst hatte einen BMI von 50 (!) und räumt mit vielen Mythen rund um das Abnehmen auf. Sehr fundiert geschrieben.

 

Die EINE Sache
Dieses Buch habe ich zum Jahresstart 2018 gelesen. Es hatte erhebliche Auswirkungen auf mein Leben. Nach dem Buch hatte ich wieder mehr Zeit für meine Familie, mehr Zeit für meine Hobbys und erfuhr durch den Fokus auf das Wesentliche für mich eine grundlegende, innere Neuausrichtung. Ein Buch, das man mehrmals im Leben lesen sollte.

Viel Freude beim Bilden und Wachsen!

Herzlichst,
euer Sportbionier Emanuel

Fitness Fake – darüber spricht keiner

Ein Gastbeitrag von Bikini-Athletin Sophie Freundorfer

“Es war nicht leicht mich öffentlich zur Bulimie zu bekennen”, Fitnessmodel Sophie

Überall wird uns suggeriert, dass Sportler ein relativ gesundes Verhältnis zu Essen und zu ihrem Körper haben. An allen Ecken liest man von #cleaneating bis #healthybody #fitnessfood und all diese Dinge. Uns wird das Bild vermittelt, dass die meisten Sportler und Fitnessanhänger ihren Alltag und ihr Leben super im Griff haben. Sie kennen ihren Körper, zeigen Disziplin und Durchhaltevermögen, wissen sich zu ernähren, lieben und leben eine gesunde Lebensweise vor und sind mental stark. So kommt das bei mir an, wenn ich bei Instagram die Profile der Fitnessdamen und Herren betrachte. Sie haben  anscheinend auch einen Weg gefunden, ab und an sich etwas Ungesundes zu gönnen und gehen dann am nächsten Tag ohne Probleme zu ihrem Essensplan zurück und sind da total entspannt…

Ich kenne jedoch eine andere Wahrheit, auf die ich näher eingehen möchte.

Die Profile sind voll mit Selfies von Sportlern, die stolz ihren “Cheatday” preisgeben und präsentieren was sie nicht schon alles an Schokoriegeln und Eis gefuttert haben und was sie sich noch alles in ihren fettfreien Körper reinstopfen wollen….. Ich persönlich komme mir so verarscht vor, wenn extrem dünne und trainierte Mädels regelmäßig ihre Junk food Eskapaden in den Social Medias mit uns teilen, da ich weiß, dass das dann oft im Klo landet oder durch extreme Trainingseinheiten kompensiert wird. Natürlich ist mir klar, dass es nicht bei allen so ist, aber bei sehr vielen.

Woher ich das weiß? Ich kenne einige davon und ich selbst litt gute 10 Jahre an Bulimie.

“Ich selbst litt 10 Jahre lang an Bulimie”

Seit einigen Jahren beobachte ich wie Essstörungen in unserer Gesellschaft und gerade im Fitness- und Kraftsportbereich immer “beliebter” werden. Mittlerweile fühlt es sich eher so an, als wäre das der normale Zustand. Sehr wenige haben noch ein entspanntes Verhältnis zu ihrem Körper und der Nahrungsaufnahme. Irgendwie bekomme ich immer das Gefühl, als würden diese Schwierigkeiten unter den Teppich gekehrt werden, da eh so viele davon betroffen sind. Viele Leute sind mit dem Thema Essstörung im wahrsten Sinne des Wortes übersättigt. Keiner will mehr davon etwas hören oder zu Gesicht bekommen.
Es wird ganz einfach abgetan, so als wäre es nicht mehr da. Bis zu einem gewissen Grad wird es einfach ignoriert.

365 Tage im Jahr in Shape – Bullshit!

Der Schein nach außen ist das Wichtigste. Dieser Schein ist zum Normalzustand geworden. Alles wird “gefaked” und verschönert. So wird dem Publikum auf Instagram gezeigt, dass diese Fitnessmodels 365 Tage im Jahr “in Shape” sind.
Der typisch propagierte Fitnessalltag sieht so aus, dass 5 Tage in der Woche hart trainiert wird und zu 100% clean gegessen wird, also Reis mit magerem Fleisch und ganz klassisch am Wochenende wird Junk rein gefressen, da man sich für die Arbeit, die man unter der Woche vollbracht hat, belohnen will. ABER nur nicht zunehmen oder “aufschwemmen”! So kommt es, dass die Pizza oben wieder raus muss, also erbrochen wird, um es ungeschehen zu machen.

Perfekter Körper. Der Höhepunkt im Jahr. Eine Momentaufnahme.

Ich möchte hier und jetzt mit dieser „neu kreierten“ Form der Essstörung abrechnen, da es bei mir damals ähnlich begonnen hat und ich anderen eine Warnung ans Herz legen möchte, weil man da sonst so schnell drinnen steckt.

Auch ich wollte vor gut 10 Jahren etwas ungeschehen machen, bei mir war es kein Junk, sondern simpler trockener Reis, den ich zum Feind erklärt hatte.
Aus einer kleinen Portion Reis wurden bald Packungsweise Haribos, Kuchen, Chips und so weiter. All das hatte ich mir zuvor verboten, da ich drei Jahre zuvor magersüchtig war, also seit meinem 12. Lebensjahr. Ich konnte einfach nicht mehr meinen selbsterlegten Regeln Stand halten und musste aus diesem Käfig ausbrechen.

Mit 14 Jahren war mein niedrigstes Gewicht bei 1.60m 37kg. Seit damals bin ich übrigens nicht mehr gewachsen. Soviel zum Thema Auswirkungen!
Für die Magersüchtigen unter euch: meine Waage zeigt gesunder Weise jetzt 20kg mehr an und ich fühle mich sehr wohl und leistungsstark, was ich mir damals nie hätte vorstellen können.

Zum Glück war meine Krankheit nie akut lebensbedrohlich. Bedeutet für mich, dass ich nie an eine Magensonde gehängt werden musste, da ich immer versucht habe mehr zu essen , als mir die magersüchtige Stimme in meinem Kopf sagte.
Ich hatte immer das Bewusstsein und die Klarheit, trotz Selbstzerstörungswahn, dass ich nicht unter 37 kg kommen durfte, da ich sonst zu viel Aufsehen erregen würde und ich wahrscheinlich so in die Magersucht reinkippen würde, aus der man mir nicht mehr raus helfen könnte. Ich hatte die Anorexie als so mächtig und so vieles stärker empfunden, als alles andere zuvor. Die hätte mich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ins Grab „geshreddet“.  Zum Glück verstummte die wachsame innere Stimme in mir nicht gänzlich!

“Ich hatte die Anorexie als so mächtig und so vieles stärker empfunden als alles andere zuvor.”

Ich wurde zum Spielball der Bulimie

Aus den Rückschlägen hat sie viel gelernt. Dieses
Wissen gib sie heute anderen weiter.

Die Entscheidung mich nach dem Essen zu erbrechen, um mich nicht mehr schuldig, willensschwach und fett zu fühlen, hat mir meine Zähne komplett zerstört, außerdem führte es durch die jahrelange Unterernährung zu Osteoporose und zu ein paar anderen Auswirkungen. Dafür trage ich allein die volle Verantwortung. Kein anderer ist schuld oder nimmt mir das ab, also höre auch du auf irgendwem anderen den schwarzen Peter zuzuschieben, wenn du da Troubles hast.

Du glaubst, dass „deine“ Essstörung das Allheilmittel für jede Emotion ist um mit allem besser klar zu kommen? Für eine kurze Zeitspanne hilft dir deine Essstörung auch dabei, mit deinen Emotionen besser fertig zu werden. Die Nebenwirkung ist nur, dass all deine Gefühle so eingehen, wie der Herzschlag eines Sterbenden. Harte Worte, die mich persönlich zum Aufwachen gebracht haben… Und ja, es ist so eine verdammte mentale Arbeit sich seinen Lebens-Puls und Freude wieder zurück zu holen, dass es viele nicht schaffen gesund zu werden. Wenn man einigen Quellen im Internet glauben schenken mag, liegt die Genesungsrate von Bulimikern bei einem Drittel. Das bedeutet zwei Drittel werden nicht oder nicht vollständig geheilt. Bei Magersüchtigen sieht diese Quote schon besser aus, so heilen ca 70% der Betroffenen, wobei die Sterberate bei 10%-15%liegt. Das heißt 1 Mensch von 10 stirbt.
Die Ergebnisse der Langzeitstudien ergeben jedoch, dass die meisten Magersüchtigen und Bulimiekranken sich in eine Ersatzsucht hineinbegeben oder sich die Essstörung verlagert in z.B. “Binge eating” (wiederholte Fressanfälle ohne sich zu übergeben). Wahrscheinlich gilt man dann laut Studien trotzdem als geheilt.

Die Heilung und der Sport

Die einen (Ex-) Esssgestörten versuchen durch den Sport die Problematik umzuwandeln und ein gesundes Verhältnis zu ihrem Körper wieder aufzubauen. Bei sehr vielen, wie auch bei mir hat das sehr viel positive Wirkung gezeigt. Ich spüre mich durch das Training um Längen besser und kann so besser mit Anspannung umgehen. 
Manch andere Mädels und Burschen, die bereits ein gutes Körpergefühl hatten, rutschen dann durch diesen Fitnesswahn in eine Essstörung hinein, da sie dem Druck nicht mehr Stand halten können perfekt zu sein.

Meiner Meinung nach sollte es doch eher gelten sich selbst anzunehmen und sich einzugestehen, dass das Perfekte eben nicht perfekt ist.
Nachdem mir jetzt keine schlauen Schlussworte einfallen, bedanke ich mich einfach bei dir für dein Zuhören und Lesen und bitte dich: gib Acht auf deine Gedanken, glaub nicht alles was du siehst und was dir die Bullshit Stimme so ins Ohr flüstert!

Alles Liebe

Sophie

Originalartikel erschien am 21.03.2017 auf SPORTBIONIER.COM, Überarbeitung am 27.11.2018